Hautkrebsvorsorge (digitale Auflichtmikroskopie)

Weltraumtechnik hilft bei Melanom-Diagnose

Vorsorge – ein Zauberwort. Vorsorge kostet weder viel Zeit noch Mühe, kann aber Leben retten, Schmerzen verhindern, Menschenschicksale ändern.

Leider wird Vorsorge noch immer von allen Beteiligten – Patienten, Ärzten, Gesundheitspolitikern – nicht ernst genug genommen und zu selten beansprucht. Dabei ist gerade bei Melanomen eine frühzeitige Vorsorge lebensentscheidend. Nur ein im Frühstadium erkannter Hautkrebs kann vollständig entfernt werden. Somit ist eine möglichst präzise Diagnose zu einem möglichst frühen Zeitpunkt sehr wichtig. Bis jetzt konnte ein erfahrener Dermatologe die Haut im Rahmen einer Krebsfrüherkennung höchstens mit einer Treffsicherheit von 75 Prozent inspizieren.

Heute – nach mehr als sechsjähriger Forschung – hat man ein Computer gestütztes Diagnostik- und Dokumentationssystem entwickelt, das ursprünglich in der Weltraumforschung zur Erstellung von Satellitenbildern diente. Herzstück des Systems ist eine Kamera – das digitale Dermatoskop, mit dem eineBildaufnahme möglich ist. Die Kamera ist speziell für die Auflichtmikroskopie entwickelt worden und erstellt Aufnahmen der Haut, die jederzeit reproduzierbar sind. Sie Software erlaubt dann nicht nur eine Speicherung, sondern auch die Bearbeitung der Bilddaten.

Das System kann so vorhandene und neue gewonnene Daten miteinander vergleichen, sie analysieren und bietet dadurch eine wichtige Hilfe bei der Diagnose. Das verdächtige Muttermal wird mit dem „Auge“ des Systems ausgewertet und die Wahrscheinlichkeit, inwieweit es sich bei der Hautveränderung um ein Melanom handelt, kann wesentlich präziser festgelegt werden. Die Dermatologen sind erleichtert; mit dieser Untersuchung soll die Treffsicherheit der Diagnose bei 90 Prozent liegen. Bis vor Kurzem waren nur einige dermatologische Unikliniken mit einer solchen Apparatur ausgestattet; jetzt hat die neue Methode auch bei niedergelassenen Hautärzten festen Fuß gefasst.

Die Patienten sind von dem neuen System sehr angetan; sie spüren während der Untersuchung nur eine leichte Berührung durch das Handgerät, in dem die Kamera untergebracht ist. Durch die Anwendung dieser Methode bleiben den Patienten einerseits unnötige Operationen erspart, andererseits wird vielen Menschen durch die rechtzeitige Diagnose das Leben gerettet.

RP, 26. Oktober 2000 (Autorin: Barbara Krakiewicz)

 


Hautkrebs: Achten Sie auf Frühzeichen!

Achten Sie auf Frühzeichen!

Hautkrebs und seine Vorstufen sind ohne technische Hilfsmittel zu sehen und zu fühlen. Regelmäßige Selbstbeobachtung bietet die Chance, Krebs bereits in frühen Stadien zu entdecken. Das gilt auch für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs, der sich fast immer durch eines der folgenden Signale bemerkbar macht:

  • Ein Mal ist deutlich dunkler- bis hin zu braun-schwarzer oder schwarzer Farbe; es hebt sich deutlich von anderen Malen ab.
  • Ein Mal hat eine unregelmäßige Form und/oder Farbe.
  • Ein Pigmentmal verändert die Farbe, wird heller oder dunkler.
  • Ein Mal hat bereits einen Durchmesser von 5 mm erreicht (etwas weniger als ein Bleistift).
  • Nach jahrelangem Stillstand wächst ein Pigmentmal plötzlich wieder sichtbar.
  • Sie spüren ein bestehendes oder neues Pigmentmal, z.B. weil es juckt, brennt oder sogar blutet.

Pigmente lassen sich nach der ABCD-Regel beurteilen:

A steht für Asymmetrie:
Auffällig ist ein Fleck, der in seiner Form nicht gleichmäßig rund oder oval ist.

B steht für Begrenzung:
Die Begrenzung eines Pigmentmales sollte scharf und regelmäßig sein. Vorsicht bei unscharfer, verwaschen wirkender Begrenzung, unregelmäßigen Ausfransungen oder Ausläufern an einem Pigmentmal!

C steht für Color (=Farbe):
Hat ein Muttermal mehrere Farbtönungen, muß man es genau beobachten.

D
steht für Durchmesser:
Auf Pigmente, die mehr als 5 mm Durchmesser haben sollten Sie ebenfalls achten.


Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.:Hautkrebs.
Vermeidung, Früherkennung, Behandlung. Die blauen Ratgeber 5.
ÄRZTLICHE PRAXIS